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Gruppe Viersen/Dülken/Süchteln

Gruppe Viersen/Dülken/Süchteln

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NABU Ortsgruppe Viersen

Nächster Stammtisch:
Wir treffen uns jeden 4. Donnerstag im Monat von 19.30 bis etwa 21.00 Uhr.

P.S. der Dezember-Termin fällt aus, wegen Feiertagen ;-)

Treffpunkt:  Gaststätte Haus Becker in Dülken, Schulstr. 26;
Tel: 02162/ 51599

NAJU Viersen

Samstag, den 10. Dezember 2016, von 10.00 bis ca. 12.00 Uhr

Treffpunkt: Im ALO – Viersen-Dülken

Thema Dezember: Vom Obst zur Marmelade – Geschenke selbst gemacht

Hallo Ihr Lieben,
so die letzte Runde für dieses Jahr, wir kochen Marmelade.
Günter wird uns bestimmt wieder mit Obst versorgen und Ihr benötigt natürlich Marmeladegläschen. Also: Denkt daran, so ca 3-4 kleine bis mittlere Gläser mit “Knack”- Deckel mitzubringen.

Danke an dieser Stelle für das Ausfüllen der zahlreichen Feedback-Zettel und hier ist noch ein schönes Bild von der letzten Aktion.

Bis zum 10.12 dannwinterfutter_nov

Euer NAJU Team

Formlose Anmeldungen zur Kindergruppe Viersen mit folgenden Angaben:
Name, Alter, Adresse und Telefonnummer bis zum 10. April an die NABU Geschäftsstelle:
info@nabu-krefeld-viersen.de oder unter
NABU,  Talring 45, 47802 Krefeld   Tel. 02151-618700

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 Aktuelles und Artikel

Wir suchen Unterstützung: 14-Rueten Pflegemaßnahme

Die Ortsgruppe bittet um tatkräftige Unterstützung bei der großangelegten Pflegemaßnahme an den 14 Rueten.
Wir treffen uns am Samstag den 7. Januar 2017 ab 10 Uhr auf dem Ransberg an den Flachskuhlen in der Nähe der großen Autobahnbrücke. Festes Schuhwerk oder Gummistiefel und Arbeitshandschuhe sind mitzubringen.
Weiteres Arbeitsgerät wird gestellt.
Die Kuhlen sollen entschlammt und Binsen, Brennessel und Brombeeren entfernt werden. Zu Mittag wird es eine Stärkung in Form einer deftigen Lauch-Käse-Suppe mit Hackfleisch geben.
Ende der Veranstaltung 14.30 Uhr bis 15 Uhr.

Wir hoffen auf zahlreiche Helfer :-)
Euer NABU 14 Rueten-Team

 

Radtour auf dem Sauerlandradweg

Unser aktiver Pedaltreter Hartwig hat uns von seinem letzten Ausflug einen tollen Bericht mitgebracht, den wir als Anregung natürlich gerne veröffentlichen:

Tunneleinfahrt

Tunneleinfahrt Kückelheim

Vor einigen Wochen sind wir bei Sonnenschein den Sauerlandradring entlang geradelt.
Die etwa 84 km lange Strecke, zum Großteil einer alten Eisenbahntrasse folgend, wurde im Jahre 2000 zu einem Fuß- und Radweg umgestaltet und ist heute nicht zuletzt wegen der Sehenswürdigkeiten am Rande gut besucht. Das Streckenhighlight ist der in der Nähe des früheren Bahnhofs Kückelheim gelegene Trassenabschnitt, welcher durch einen 689 m langen Tunnel führt.
Nun fragt sich der interessierte Leser natürlich, was es denn dort so Besonderes zu sehen gibt.

Nun, schon bei der Einfahrt sorgen die naturbelassenen, steinernen Decken, die allzeit niedrige Temperatur und das von den Wänden tropfende Wasser für eine kleine Gänsehaut, und das auch mitten im Sommer. Das eigentlich Interessante aber, sind die dort zeitweise lebenden Bewohner. In den Wintermonaten finden sich dort nämlich Bartfledermäuse, Große Mausohren, Wasserfledermäuse und braune Langohren ein, um ihren wohlverdienten Winterschlaf zu halten. Daher wird der Tunnel von Ende Oktober bis Anfang April auch geschlossen und wenn´s mal wieder länger dauert mit dem naßkalten Wetter, bleibt er auch noch bis in den Mai hinein verriegelt.

Sauerland_RadwegSchild

Als wir durch den dunklen und kalten Tunnel fahren, bekommen wir natürlich keine Fledermäuse zu Gesicht, aber vielleicht beobachten uns einige Fledermäuse…?

Alles in allem hat sich diese Strecke wirklich gelohnt, da die Steigung erträglich ist und man viel von der schönen Landschaft zu sehen bekommt. Das Schönste ist jedoch die Tunneldurchquerung, die Einem auf die ein oder andere Weise eine Gänsehaut garantiert.

Hartwig Hoppmann

 Fledermaus-Ambulanz Viersen

Bei Familie Menn dreht sich alles um die Akrobaten der Lüfte.
In einem eigens eingerichteten Zimmer finden verletzte, junge oder geschwächte Fledermäuse die nötige Hilfe, Nahrung und ein Dach über den Füßen.

Frau Menns Spezialgebiet ist die Jungtieraufzucht.
Fledermausbabies kommen, ähnlich wie menschliche Kinder, nackt und hilflos zur Welt und sind vollkommen auf ihre Mutter angewiesen. Wird die Mutter verletzt oder findet nicht genug Nahrung, fallen die Jungtiere aus dem Unterschlupf oder liegen geschwächt am Boden, wo sie im Besten Fall von aufmerksamen Menschen gefunden.  Ohne Hilfe könnten solche Fledermaus-Findlinge nicht überleben. Am Boden liegend sind Hunde, Katzen, ja selbst Ameisen gefährlich.

1Tag alte Fledermaus

1Tag alte Fledermaus

Wichtig ist, dass die kleinen, zum Teil gerade mal gummibärchengroßen Jungtiere vor Unterkühlung geschützt werden. Dazu setzt man die Tiere am Besten in einen kleinen Karton mit Luftlöchern und etwas locker geknülltem Küchenkrepp oder einem Papiertaschentuch. Da die Babies einer vierwöchigen intensiven Betreuung bedürfen, sollten die Finder sich auf die erste Hilfe Maßnahme beschränken und schnellstmöglich einen Ansprechpartner in der Nähe kontaktieren.

Menn_Loki

Fr. Menn mit Loki

Neben der Ambulanz führt Frau Menn auch Vorträge und Infoveranstaltungen durch.
Vor allem an Schulen ist das Interesse an den Kobolden der Nacht sehr groß und die Kinder sind den Tieren gegenüber sehr aufgeschlossen und hilfsbereit.

Weitere Infos gibt’s bei

Manuela Menn, Am Lindenhof 28, 41748 Viersen,
Telefon 02162/36 000 51 oder mobil 0176/ 96 065 344.

 

Die „14 Ruete“ in Dülken – Natur und Kultur

Am östlichen Rand von Dülken, Nähe der A 61, liegt eine Waldfläche, in der sich ein Zeugnis alter Kultur verbirgt: etwa 20 Flachskuhlen.
Bereits im Mittelalter spielte in unserer Region der Anbau von Flachs zur Herstellung von Leinen eine wirtschaftliche Rolle. Nach der Ernte des Flachses und der Entnahme des Leinsamens wurden die Halmbündel in die mit Wasser gefüllten Kuhlen gestellt. Dieser Vorgang diente dazu, dass Bakterien die Pektinschicht im Flachshalm zersetzten und sich die Faser später besser lösen ließ.
Nachdem die wirtschaftliche Nutzung der Kuhlen vor gut hundert Jahren beendet wurde, siedelten sich dort Arten wie Frösche, Molche, Blindschleichen und lt. Erzählung älterer Anwohner Feuersalamander und Ringelnatter an. Doch über die vielen Jahre hinweg verlandeten die Wasserlöcher immer mehr, da auch der Baumbestand und die Verkrautung auf dem Gelände zunahmen. Die Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen ging daher erheblich zurück.
Mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Dülken, als Eigentümer des Geländes, hat die NABU-Ortsgruppe Viersen eine Vereinbarung zur ehrenamtlichen Pflege übernommen.

Pflegearbeiten

Arbeiten an den 14 Rueten

Jährlich, seit 2003, findet ein kompletter Arbeitstag im Herbst statt und während des gesamten Jahres in regelmäßigen Abständen Kurzeinsätze. Durch das Entschlammen verschiedener Kuhlen ist die Dauer einer guten Wasserführung verbessert worden, so dass kurzzeitig eine erfolgreiche Stockentenbrut und mehrfaches Ablaichen von Fröschen und Kröten beobachtet wurde. Im Sommer fallen die Kuhlen jedoch alle trocken.
Weiterhin wurden mehrere Vogelnistkästen, Fledermauskästen und ein Hornissenkasten aufgestellt.
Am Eingang zu den „14 Ruete“ lädt eine Bank zum Verweilen ein und eine Schautafel informiert über die Arbeitsschritte vom Flachs zum Leinen.

Kontaktadresse: Hartmut Otto, Tel. 02162-56310

 

Schwalbenfreundliches Haus in Dülken

Schwalbenfreundliches Haus

Im November 2012 wurde ein Einfamilien-Reihenhaus in Dülken mit der Plakette „Hier sind Schwalben willkommen“ ausgezeichnet. In der Westdeutschen Zeitung vom 12. November wurde auf diese Aktion in einem groß angelegten Artikel eingehend auf den ständig rückläufigen Bestand der Schwalben und die veränderten Lebensbedingungen eingegangen. Nun hoffen wir, dass weitere Eigenheimbesitzer diesem Beispiel folgen, und den Frühlingsboten eine Nistmöglichkeit bieten.

 

Der Steinkauz in Viersen

Erhaltung und Pflege

Warm gekleidet und bewaffnet mit Stirnlampe, Kassettenrekorder und Bestandskarte zieht ein NABU-Aktiver bei Beginn der Dunkelheit los. Ab Ende Februar bis Anfang April kontrolliert er die bekannten Reviere des Steinkauzes in Viersen und Umgebung

Hr. Otto bei der Kontrolle

mit Hilfe von Klangattrappen, um zu prüfen ob die Eulen auch für die nächste Brutsaison ihrem Standort treu geblieben sind. Er spielt Lockrufe der kleinsten hier lebenden Eulenart ab und sobald darauf eine Antwort zu hören ist, weiß man, dass auch dieses Revier in diesem Jahr wieder besetzt ist.

Denn hier in NRW tragen wir eine hohe Verantwortung für die Bestandserhaltung, da etwa 75% aller in Deutschland lebender Brutpaare bei uns vorkommt. Der Steinkauz

mit etwa 23 cm Größe und mit einer Flügelspannweite von ca. 55 cm benötigt als Lebensraum offene Wiesen- und Weidelandschaften mit lichtem Baumbestand wie z.B. Streuobstwiesen und Kopfweidenbestand. Als Brutstätte bieten sich in diesen Bäumen entstandene Höhlen an. Seine Nahrung erspäht er von Sitzwarten, sehr gerne von Weidenzaunpfählen, und besteht aus Mäusen, Amphibien, Käfern, Heuschrecken, Regenwürmern und auch jungen Vögeln.

Durch die Veränderung der traditionellen Landwirtschaft geht immer mehr Lebensraum für den Steinkauz verloren, um so wichtiger ist es, den Bestand durch das Anbieten künstlicher Nistmöglichkeiten zu sichern. Pferde- und Schafhaltung sind eine Alternative für beweidete Flächen. Das Umwandeln von Wiesen in Ackerland (Mais, Raps) bedeutet ebenfalls Verlust an Habitatfläche. Durch diese Umstände bedingt wird der Steinkauz inzwischen in NRW auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft.

Steinkäutzchen im Kasten

Der Steinkauz ist standorttreu, lebt monogam und beginnt die Brut ab April mit einem Gelege von 3 bis 5 Eiern. Das Brutgeschäft übernimmt ausschließlich das Weibchen, das während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Die Brutdauer beträgt ca. 28 Tage, die Nestlingszeit ungefähr 30 Tage. Sind die Jungen selbständig, nach weiteren 6 Wochen, müssen sie sich ein eigenes Revier suchen

Nistkästen als Alternative zu fehlenden Naturhöhlen werden in Eigenleistung gebaut und sind ca. 1 m lang und 20 x 20 cm hoch und breit. Sie bestehen aus Massivholz, das mit Dachpappe ummantelt und mit feinen Hobelspänen ausgepolstert wird. An geeigneten Standorten wird nach Absprache mit dem Eigentümer dann der Kasten aufgehängt, und im Spätherbst findet die jährliche Kontrolle und Reinigung statt.

Bisher sind 24 Nistkästen aufgehängt und im Jahr 2011 wurde in 12 Kästen erfolgreich gebrütet. Weiterhin wurden 11 Brutkästen für Schleiereulen aufgestellt. Hierbei konnten an manchen Stellen Eulen nachgewiesen werden, jedoch keine Brut.

Wer einen guten Standort oder Eulen in seiner Umgebung rund um Viersen, Dülken, Süchteln oder Boisheim vermutet, meldet sich bitte unter Telefon 02162-56310
bei Hartmut Otto.

 

 

Neue Kopfbuchenreihe auf dem Naturschutzhof

11-2011

Buchenreihe Naturschutzhof

Die Obstbäume auf der großen Wiese des Naturschutzhofes geraten langsam in Bedrängnis. Sie möchten fliehen
vor der benachbarten Buchenreihe. Würden die Buchen ihre natürliche Größe von rund 25 m erreichen, hätten die Obstbäume keine Chance zur Entwicklung mehr. Von der Viersener NABU-Gruppe kam deshalb das Angebot, die Buchenreihe neben den Obstbäumen in ihrem Wuchs zu drosseln und sie zu Kopfbäumen umzugestalten. Solche Kopfbuchen,
als Zeugnisse der historischen Holznutzung, finden sich nicht nur auf den Süchtelner Höhen, sondern auch am De-Witt-See, so in Sassenfeld am ehemaligen Feuerwehrhaus oder in der Allee zum historischen Haus Baerlo.

Das Beschneiden der Buchen, Fagus silvatica, ist nicht ganz problemlos. Im Gegensatz zu Weiden dürfen Buchen nicht auf den Kopf zurückgeschnitten werden, das würde sie umbringen. Unsere Vorfahren wussten, dass nur die älteren Äste entnommen werden durften, jüngere Äste mussten stehen bleiben. So blieb der Saftfluss in den Stöcken und Stämmen erhalten und junges Holz wuchs nach bis zur nächsten Holzernte. Die Erfahrungen früherer Generationen mit der Nutzung und dem Erhalt der Buchenniederwälder und Buchenkopfbäume gehen mit der Zeit verloren. Der NABU will die Gelegenheit auf dem Naturschutzhof nutzen, um selber Erfahrungen mit der Buchenpflege zu sammeln.

In der Woche vom 5. bis 10. März 2012 sollen verschiedene Spezialisten, Baumpfleger, Baumkletterer, Garten- und Landschaftsbauer ihre Erfahrungen an den Naturschutzhof-Buchen einsetzen. Das Ziel sollte jeweils die deutliche Einkürzung der Äste sein, was mit dem dann erfolgenden Neuaustrieb zu einer erheblichen Verdichtung der verbleibenden Krone führen müsste. Einzelne Faulstellen und Totholz werden in Kauf genommen. Sie locken erfahrungsgemäß Spechte an und sorgen für eine vermehrte Artenvielfalt. Die größere Kronendichte der Kopfbäume wird auf jeden Fall zahlreiche neue Nistplätze anbieten. Die Pflegemaßnahme dürfte also für den Naturschutzhof eine Bereicherung darstellen. Mit den in den nächsten Jahren immer wieder erforderlichen Rückschnitten, werden die Kopfbuchen auch wertvolle Zeugnisse für die historische Holznutzung in unserer Region.

Die Beschneidung der Buchen zu Kopfbuchen wird in den verschiedenen Schritten dokumentiert, um die Ergebnisse für eine weitere Buchentagung des NABU, voraussichtlich im Jahr 2013, nutzen zu können.

Interessenten können sich am Samstag, den 10.3.2012, von 10 bis 14 Uhr auf dem Naturschutzhof, hinten auf der großen Obstwiese, bei den Aktiven der Buchen-Pflegemaßnahme Erläuterungen einholen.

 

 

Schützenswerte Natur im Raum Viersen:
Die „Uhlen“ und historische Buchenwaldbewirtschaftung auf den Süchtelner Höhen

Nur wenige Waldgebiete in unserer Region weisen in den alten Buchenformationen und den zahlreichen Erdwällen beredtere Zeugnisse ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer historischen Nutzung auf als die Süchtelner Höhen. Seit dem Mittelalter gehörte der größte Teil des Waldes zu einer kirchlichen Grundherrschaft, die später von den Erben der Süchtelner Lehenshöfe genutzt werden durfte und so den Namen Erbenbusch erhielt. Dieser etwa 450 ha große Kernbreich der Süchtelner Höhen ist noch heute in weiten Teilen von Erdwällen eingefasst. Um diesen Wall um den Erbenbusch gliedern sich noch weitere Wälle, wie etwa Landwehrwälle, Wälle um Kampflächen und Verteidigungsanlagen des letzten Krieges. Den meisten Erholungssuchenden bieten diese Wälle aber auch die alten Buchen die gewohnte Kulisse beim Spaziergang oder Joggen über diesen vielfältig bewaldeten Höhenrücken. Nur wenigen, meist auswärtigen Besuchern fällt auf, dass die Buchen, die Hauptbaumart in diesem Gebiet, in einigen Parzellen anders aussehen, als in den meisten deutschen Wäldern.

Viele Bäume weisen ca. einen Meter über dem Boden seltsame Verdickungen auf, ehe sich der Stamm dann wie gewohnt glatt nach oben ins Blätterdach streckt. Andere Bäume treiben in enger Gruppe stehend wie aus einem Wurzelteller oder einem Urbaum in die Höhe. Den alten Süchtelnern sind an der Verlängerung der Höhenstraße die alten „Uhlen“ bekannt, über Generationen in zwei bis drei Metern Höhe immer wieder geschnittene Buchen, die nun als Baumriesen auseinander zu brechen drohen, da der Schnitt seit etwa fünfzig Jahren unterblieben ist.

An der Westseite des Erbenwalles bis nach Dornbusch gliedern sich ein Reihe von Buchenkampe an, in denen die Bauern seit Jahrhunderten die traditionelle Niederwaldbewirtschaftung der Buchen durchführten. In relativ kurzen Abständen von bis zu acht Jahren wurden die dann dicksten Austriebe („Remmele“) geschlagen und als Brandholz, Bohnenstangen, Erbsenreiser oder Schanzen genutzt. Die dünneren Austriebe mussten gleichzeitig als Absenker auf dem Boden verankert werden, wo sie nach einiger Zeit Wurzeln schlugen und so für nachwachsende Bäume sorgten. Die Methode der Waldvermehrung, das Lemmen, war für alle, die Holz einschlagen wollten Pflicht.

Neben diesen durch Wälle eingefassten Buchenkampen mit Bäumen, die aus etwa ein Meter hohen Stöcken immer wieder austrieben, gibt es seit Jahrhunderten auch sogenannte Kopfbuchen deren Triebe in etwa 2 bis 3 Metern Höhe geschnitten wurden, weil Weidevieh unter diesen Bäumen graste, die jungen Triebe aber nicht verbeißen durfte. So entstanden in zwischen mächtige Baumriesen, wie die „Uhlen“ an der Höhenstraße. Vermutlich hat das häufige Vorkommen von Eulen in den dichten Kronen der Kopfbuchen diesen Bäumen den Namen eingebracht.

Die Zeugnisse der Waldnutzung, die über Jahrhunderte den Alltag der Süchtelner Bevölkerung maßgeblich mit beeinflusste, drohen nun in relativ kurzer Zeit unter ihrer Last zusammen zu brechen. Sollen nachfolgende Generationen – aber auch Besucher der Stadt Viersen – weiterhin diese naturräumlichen und kulturhistorischen Besonderheiten bewundern können, so muss nun bald mit der Pflege der verbliebenen Reste begonnen werden.

 

Ortsgruppe Viersen/Dülken/Süchteln

Günter Wessels

Günter Wessels
Telefon 02162 53745
gwesselsvie@freenet.de
Treffen immer in der 4. Woche des Monats
Haus Becker · Schulstraße 26 ·
41751 Viersen · Tel.: 02162-51599

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