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Pressemitteilung NABU Bezirksverband Krefeld Viersen · 19. März 2013

NABU startet Werbeaktion in Brüggen
Unterstützer für lokale Natur- und Artenschutzprojekte gesucht

BRÜGGEN – Eine große Werbeaktion für neue Mitglieder des NABUs läuft seit dieser Woche in den allen Ortsteilen von Brüggen. „Der Natur- und Artenschutz braucht dringend Unterstützung. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist der weitere Ausbau unserer Mitgliederstruktur damit wir auch in Zukunft erfolgreichen Naturschutz betreiben können“, sagte NABU-Gruppenleiter Markus Heines. So setzt sich der NABU aktiv für den Erhalt des Zauns um das Brachter Depot ein, da sich in diesem ein wertvolles Biotop entwickelt hat, das außerhalb des Zauns nicht existiert.

In den kommenden Wochen wird ein vom NABU Bundesverband beauftragtes Werber-Team durch die Ortsteile von Brüggen gehen. Bei dem Team handelt es sich um Studenten, die sich bei einer vom NABU beauftragten Agentur beworben haben, um für eine gemeinnützige Organisation wie den NABU Mitglieder zu gewinnen. Die Studenten sind an ihrer Kleidung mit dem NABU-Logo und dem mitgeführten Werberausweis erkennbar. Sie dürfen kein Bargeld annehmen.

„Naturschutz kostet Geld, und unsere Aktivitäten benötigen dafür viele neue Unterstützer. Deshalb hoffen wir, dass zu den jetzigen Mitgliedern des NABU in der Region möglichst viele neue hinzukommen. Mit einer Mitgliedschaft stärken sie den Verband und geben dem NABU ihre Stimme. Ein Mitglied entscheidet über die Ausrichtung der Arbeit des NABU mit und kann in der NABU-Gruppe aktiv werden“, so der Vorsitzende des Bezirksverband Krefeld Viersen Reiner Rosendahl.
Für Rückfragen: Markus Heines, NABU Brüggen, 02153 8121

 


 

Pressemitteilung NABU Bezirksverband Krefeld Viersen · 15. März 2013

Mitgliederversammlung des NABU Bezirksverband Krefeld Viersen

NETTETAL „Nach der Mitgliederversammlung läuten wir gleich morgen den Frühlingsbeginn ein“ sagte Vorsitzender Reiner Rosendahl zu beginn der Mitgliederversammlung des Bezirksverband Krefeld Viersen und somit seinem ersten Jahr Amtszeit als neuer Vorsitzender.

Zwar habe der Verband im Jahre im Jahr 2012 leicht Mitglieder verloren (von 3965 auf 3908), allerdings laufe gerade aktuell eine Mitgliederwerbeaktion in Nettetal mit positivem Rücklauf. In nur wenigen Wochen konnten schon 300 neue Mitglieder durch professionelle Werber gewonnen werden.

Neben zahlreichen Pflegemaßnahmen haben die Ortsgruppen des NABU auch wieder individuell sehr viel geleistet. So gab es Infostände auf verschiedenen Veranstaltungen wie dem Dohlenfest oder dem Schöppenmarkt. Die Grefrather Gruppe arbeitete im Jahr 2012 viel mit Schulklassen und vermittelte so schon jungen Menschen die Bedeutung des Naturschutzes. Dank der Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften konnte der Bezirksverband auch zwei Flächenlaufe vornehmen. Einmal eine 9000qm große Fläche in Krefeld und zum anderen eine 2500qm große Fläche in Viersen, um nur einige wenige Punkte zu nennen.

Trotz der engagierten Arbeit beim Naturschutz und einem Jahrumsatz von 500.642,45 gab es bei den Finanzen eine weniger erfreuliche Nachricht, das Jahr 2012 musste einem Verlust abgeschlossen werden. „

Im Jahr 2012 haben wir ein leichtes Minus in Höhe von 10.575,77 Euro erwirtschaftet; dies entspricht ca. 2 % unseres Gesamtumsatzes. Nach den vielen Jahren mit einem positivem Ergebnis ist dies zunächst nicht weiter besorgniserregend. Die Ursache für die Unterdeckung ist sicherlich in steigenden Personalkosten (tarifliche Steigerung) sowie den ‚knappen Kassen’ unserer Auftraggeber (Kommunen, Bezirksregierung etc.) geschuldet“ erklärte Kassierer Markus Dörkes. 

Der Vorstand wird die notwendigen Maßnahmen einleiten, um das Jahresergebnis im Jahre 2013 wieder positiv zu gestalten. Zudem wird der Bezirksverband an seinem strikten Sparkurs weiter festhalten.

Auf die Nachfrage eines Mitglieds zu den Mitgliedsbeiträgen und wie viele von diesen beim Bezirksverband ankommen erklärte Markus Dörkes, dass 10 Euro der Beiträge beim Bezirk ankommen, der Rest wird vom Bundesverband einbehalten und dort für den bundesweiten Naturschutz einbehalten. „Uns würde es zum Beispiel mehr nutzen wenn man direkt an und spendet, dann landen 100 Prozent bei uns“ erklärte Dörkes.
Bei den Wahlen zum erweiterten Vorstand wurden die von den Ortsgruppen und Arbeitsgruppen gewählten Leiter durch die Mitgliederversammlung bestätigt.

Ortsgruppe Brüggen: Markus Heines
Ortsgruppe Grefrath: Rolf Brandt
Ortsgruppe Kempen: Hans Palm
Ortsgruppe Krefeld: Rebekka Eckelboom
Ortsgruppe Nettetal: Heinz Tüffers
Ortsgruppe Niederkrüchen: Astrid Symanski-Pape
Ortsgruppe Tönisvorst: Monika Schüren & Willi Lenßen
Ortsgruppe Viersen: Günter Wessels
Ortsgruppe Willich: Jack Sandrock
AG Schleiereulenschutz: Markus Heines
AG Kopfbaumpflege: Norbert Gries
AG Obstwiesenschutz: Günter Wessels
AG Planverfahren: 
 Peter Kolshorn

Der Vorstand gratulierte auf der Mitgliedversammlung noch einmal Rebekka Eckelboom für ihre Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz, dies sei auch eine Auszeichnung für den gesamten Naturschutz.

 


 

Pressemeldung NABU NRW / Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) Nr. 09/13 · 9. März 2013

Artenschutz – “Hausfreunde” und Vielweiberei
Wanderfalkenbilanz 2012 mit neuen Erkenntnissen zum Paarungs- und Brutverhalten des Greifvogels | Bestand des Wanderfalken in NRW entwickelt sich weiter erfreulich

Düsseldorf – „Die Wanderfalkenpopulation in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr wieder erfreulich angewachsen“, dieses Ergebnis verkündete Dr. Peter Wegner, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) im NABU NRW, den rund 150 Wanderfalkenschützern auf ihrem Jahrestreffen am vergangenen Wochenende in Recklinghausen. So habe sich der Paarbestand der Wanderfalken um 22 weitere Revierpaare auf insgesamt 179 erhöht. Die Zahl der ausgeflogenen Jungvögel habe mit 333 Tieren einen neuen Rekordwert erreicht. Davon seien 230 Jungvögel beringt worden.

„Die Beringung ist immer mit einem enormen persönlichen Einsatz unserer ehrenamtlichen Helfer verbunden“, so Wegner weiter. Im letzten Jahr sei dieser personelle Aufwand noch etwas größer als üblich gewesen, weil es nach dem ersten Ausflug zu einer großen Zahl von Bodenlandungen gekommen sei. Die ´Bruchpiloten´ seien von den Aktiven der AGW aufgesammelt und wenn notwendig in Pflegestationen gebracht worden, wo sie bis zum Zeitpunkt des endgültigen Flüggewerdens fachmännisch und in der Regel sehr kurz untersucht und versorgt wurden. „Der Aufwand, den die AGW mit der Beringung und Bergung der fast immer unverletzten „Bodenlander“ beim Erstflug treibt, lohnt sich aber, ermöglichte er doch gerade im letzten Jahr, zwei wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse“, sagte der NABU-Wanderfalkenexperte.

So gelang es mit Hilfe ablesbarer individueller Coderinge, die es erlauben, jedes Einzeltier exakt wiederzuerkennen, das Rätsel um die Herkunft der so genannten ´Dritten am Horst´ zu lösen. Dabei handele es sich nicht um ´Hausfreunde´ des brütenden Wanderfalkenpaares, sondern vielmehr um männliche Jungvögel der eigenen Vorjahresbrut, die sich bei der Jungenaufzucht beteiligten und dafür am Horst geduldet würden. „Das geschieht wahrscheinlich über individuelle Erkennung und die Einjährigen profitieren am Beuteeintrag ihrer Eltern im ´Hotel Mama´“, erklärte Wegner. Dank der Coderinge sei auch der stichhaltige Beweis für Vielweiberei bei Wanderfalkenmännchen gelungen: Im ersten nachgewiesenen Fall dieser Art hatte ein Wanderfalkenmännchen zwei Weibchen, brütete mit diesen und zog mit beiden Partnerinnen insgesamt 6 Jungtiere auf „ Eine enorme Leistung“, so Wegner.

Tragende Säulen der Wanderfalkenpopulationen in NRW seien nach wie vor die Regierungsbezirke Düsseldorf und Arnsberg. Der Regierungsbezirk Düsseldorf weise mit 55 Revierpaaren, von denen 49 zur Brut schritten, weiterhin die höchste Paardichte auf. Hier flogen im Vorjahr 102 aller in NRW flügge gewordener Falken aus. Gefolgt vom Regierungsbezirk (RB) Arnsberg mit 49 Brutpaaren, die 97 Jungtiere zum Ausfliegen brachten. Im RB Köln flogen 47 Jungfalken aus, in Münster 61 und in Detmold noch 26. Von insgesamt 164 Paaren, die zur Brut schritten, waren 127 Paare erfolgreich. Besonders erfreulich sei dabei die Besiedlung bisher ´wanderfalkenfreier´ Gebiete.

Für Rückfragen:
Dr. Peter Wegner, Sprecher Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz, Tel.: 0214-45 936

 


 

Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 28. Februar 2013

Schützenswerte Natur im Kreis Viersen: NABU Krefeld Viersen kauft zusammen mit der Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften Waldfläche auf den Süchtelner Höhen.
Die „Baerspeschen“ und die historische Buchenwaldbewirtschaftung muss erhalten werden

KREIS VIERSEN Der NABU Bezirksverband Krefeld Viersen hat gemeinsam mit der Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften Ende des vergangenen Jahres ein 2431 Quadratmeter großes Waldgrundstück auf den Süchtelner Höhen gekauft. Grund dafür war die besondere kulturhistorische Bedeutung des Waldes, die es zu erhalten und wiederherzustellen gilt. Das Waldgebiet der Süchtelner Höhen zählt zu den bedeutenden Zeugnissen der Entstehungsgeschichte und ihrer historischen Nutzung von alten Buchenformationen und zahlreichen Erdwällen in der Region. Den meisten Erholungssuchenden bieten diese Wälle und Buchenbäume die gewohnte Kulisse beim Spaziergang oder Joggen über den bewaldeten Höhenrücken. Nur wenigen, meist auswärtigen Besuchern fällt auf, dass die Buchen, die Hauptbaumart in diesem Gebiet, in einigen Parzellen anders aussehen, als in den meisten deutschen Wäldern.

An der Westseite des Erbenwalles bis nach Dornbusch gliedern sich ein Reihe von Buchenkampen an, in denen die Bauern seit Jahrhunderten die traditionelle Niederwaldbewirtschaftung der Buchen durchführten. In relativ kurzen Abständen von bis zu acht Jahren wurden die dicksten Austriebe („Remmele“) geschlagen und als Brandholz, Bohnenstangen, Erbsenreiser oder Schanzen genutzt. Die dünneren Austriebe mussten gleichzeitig als Absenker auf dem Boden verankert werden, wo sie nach einiger Zeit Wurzeln schlugen und so für nachwachsende Bäume sorgten. Die Methode der Waldvermehrung, das „Lemmen“, war für alle, die Holz einschlagen wollten Pflicht. Neben diesen durch Wälle eingefassten Buchenkampen, die aus etwa ein Meter hohen Stöcken immer wieder austrieben, gibt es seit Jahrhunderten auch sogenannte Kopfbuchen deren Triebe in etwa 2 bis 3 Metern Höhe geschnitten wurden, weil Weidevieh unter diesen Bäumen graste, die jungen Triebe aber nicht verbeißen durften. So entstanden inzwischen mächtige Baumriesen, wie die „Baerspeschen“.

Die Stiftung Krefelder Natur- und Kulturlandschaften und der NABU Krefeld Viersen haben diese Waldfläche erworben damit nachfolgende Generationen weiterhin diese naturräumlichen und kulturhistorischen Besonderheiten bewundern können. Deshalb wird nun bald mit der Pflege der verbliebenen Reste begonnen werden.


Pressemeldung NABU NRW Nr. 05/13 · 20. Februar 2013
Neue Spielregeln im EEG und im Strommarkt erforderlich
Entwicklung von Naturschutzstandards und bessere Koordination der energiepolitischen Strategien von Bund und Ländern notwendig | FDP-Antrag ist keine Option für NRW  

Düsseldorf – Anlässlich der heutigen Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie zur verantwortlichen Gestaltung der Energiewende in Nordrhein-Westfalen kritisierte der NABU NRW, dass die politische Debatte um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) derzeit oft hysterische Züge annehme statt von zielführenden Lösungen bestimmt zu werden. „Es kann nicht Ziel sein, durch die vorgeschlagene Strompreis-Bremse einen faktischen Ausbaustopp für erneuerbare Energien herbeizuführen. Deshalb müssen vor allem die Vermarktungsregeln von EEG-Strom an der Börse und der Strommarkt insgesamt reformiert werden“, forderte der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck. Der dieser Anhörung zugrunde liegende FDP-Antrag „Mit mehr Marktwirtschaft die Energiewende aktiv gestalten“ sei dagegen keine Option.

„Die Vorschläge und Forderungen der FDP sind sogar ein Rückschritt in der Diskussion. Denn allein der Diskurs um den Klimaschutzplan zeigt, dass die Akteure in Nordrhein-Westfalen bereits viel weiter sind als das, was die FDP jetzt im Landtag beschließen lassen will“, so Tumbrinck weiter. Vor der Bundestagswahl gebe es aus NABU-Sicht allerdings nur wenige Stellschrauben für die Politik, um zugleich verlässliche Rahmenbedingungen für Stromkunden einerseits und Investitionen in die Energiewende andererseits zu gewährleisten. Die Landesregierung solle sich daher für einen überparteilichen Konsens einsetzen, der die Ausnahmeregelungen im EEG für die Industrie und die Eigenerzeugung von Strom zurückfahren, die Entschädigungen bei Netzengpässen, zum Beispiel für Windkraftanlagen, kappen und die Vergütungen für windreiche Standorte senken würde.

Darüber hinaus sei die Landesregierung NRW gefordert, sich verstärkt für eine bessere räumliche und zeitliche Koordinierung der energiepolitischen Strategien von Bund und Ländern einzusetzen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden und die volkswirtschaftlichen Kosten zu begrenzen. Wünschenswert wäre auf Bundesebene ein Prozess, der – vergleichbar dem Klimaschutzplan in Nordrhein-Westfalen – alle wichtigen Akteure der Energiewende zusammenführe. „Bei allen ökonomischen und sozialpolitischen Aspekten der Energiewende darf aber auch der Naturschutz nicht auf der Strecke bleiben“, erklärte der NABU-Landesvorsitzende.

So müssten neben den energiewirtschaftlichen Anforderungen auch die naturräumlichen Restriktionen stärker berücksichtigt werden. Nur damit ließe sich für einzelne Regionen der optimale Energiemix einschließlich des Bedarfs an Netz- und Speicherinfrastrukturen ermitteln. „Bei allen raumbezogenen Maßnahmen müssen die Naturschutzverbände vor Ort eingebunden werden. Denn die Energiewende wird nur gelingen, wenn durch mehr Transparenz Akzeptanz an der Basis geschaffen wird“, sagte Tumbrinck. Nicht zuletzt müssten in allen Bereichen wirksame Strategien zur Erschließung der immensen Potenziale zur Energieeinsparung entwickelt werden. Dies gelte insbesondere für die energetische Modernisierung des Gebäudebestands aber auch für die Verkehrspolitik.

Konkret bedeute dies für NRW: Eine sorgfältige Ausweisung neuer Windpotenzialflächen, die Mobilisierung von Lastverschiebungs- und Effizienzpotenzialen in der Industrie, Flexibilisierung bestehender konventioneller Kraftwerke und Erprobung von bedarfsgerechter Steuerung virtueller Kombikraftwerke unter Einbindung von erneuerbaren Energien. Hingegen müsse die Förderung von Biogasanlagen auf Basis konventioneller Ackerbaukulturen wegen der Flächenkonkurrenz, sich verengenden Fruchtfolgen und dramatischen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt im ländlichen Raum gestoppt werden. Weitere Gestaltungsaufgaben für die Energiewende in NRW liegen aus NABU-Sicht bei sozial verträglichen Konzepten für die energetische Sanierung von Stadtquartieren, Förderung der E-Mobilität im städtischen Bereich in Kombination von ÖPNV Ökostrom, Entwicklung eines Auslaufplans für die Braunkohleförderung und -verstromung sowie eine solide Planung und Umsetzung von neuen Stromleitungen mit innovativen Technologien im Bereich der Übertragungs- und Verteilnetze.

Für Rückfragen:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW, mobil: 0171-38 67 379
Stefan Wenzel, LFA Klima und Energie des NABU NRW, mobil: 0160-95522684
Carsten Wachholz, NABU-Energieexperte , mobil: 0172-4179727

Die ausführliche Stellungnahme des NABU zur Energiewende in NRW finden Sie unter http://www.nabu-nrw.de.

 


Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 12. Januar 2013

Artenschutz
Bekassine ist Vogel des Jahres 2013

KREFELD/KREIS VIERSEN Der NABU hat die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Bekassine zum “Vogel des Jahres 2013″ gekürt. Sie soll als Botschafterin für den Erhalt von Mooren und Feuchtwiesen werben.

Sie wird auch Himmelsziege genannt, dank ihres charakteristischen Balzflugs mit vibrierenden Schwanzfedern, die ein “Meckern” erzeugen. Doch diese Laute hört man bei uns so gut wie nicht mehr. Denn in NRW ist die Bekassine fast verschwunden. Nur noch einige Dutzend Brutpaare gibt es in Westfalen, im Rheinland ist die Art praktisch ausgestorben. Ein Grund ist das zunehmende Verschwinden ihres Lebensraums, der Moore und Feuchtwiesen. Nach wie vor werden Flächen entwässert und der Grundwasserspiegel abgesenkt, Grünland umgepflügt, Ackerkulturen wie Mais für Biogasanlagen großflächig angebaut, Torf abgebaut und Wiesen aufgeforstet.
Der Biotopschwund betrifft viele weitere Arten, darunter nahe Verwandte wie den Großen Brachvogel oder die Uferschnepfe. Der NABU fordert daher von der Politik einen konsequenten Schutz für alle Arten der Feuchtwiesen und Moore. Wiesen und Weiden zu erhalten und wiederzuvernässen ist zudem ein sehr effizienter Beitrag zum Klimaschutz.
NABU und LBV verfolgen seit Jahren die Strategie des Flächenkaufs für den Naturschutz und übernehmen die fachkundige Betreuung von Schutzgebieten. Dadurch konnten bereits viele Gebiete als Lebensräume für den Vogel des Jahres 2013 gerettet werden. Darüber hinaus kann jeder Einzelne zum Schutz der Bekassine beitragen, indem er torffreie Blumenerde verwendet.


Im Kreis Viersen ist die Bekassine bereits seit 1999 ausgestorben. Sie tritt hier nur noch als Durchzügler auf. Dabei sind geeignete Lebensräume durchaus vorhanden. Insbesondere im Westkreis, beispielsweise im Lüsekamp und im Elmpter Schwalmbruch, konnten durch Naturschutzmaßnahmen nasse Wiesen und Moore erhalten und entwickelt werden. In den letzten Jahren konnte die Biologische Station Krickenbecker Seen hier sogar wieder mehrfach “meckernde” Bekassinen feststellen. So bleibt die Hoffnung, dass die Bekassine eines Tages als Brutvogel zurückkehrt.
Text: Peter Kolshorn


Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 10. Dezember 2012

Eis und Schnee
Wasservögel nicht gefährden – Auf Tausalz verzichten

KREIS VIERSEN/KREFELD Um verschiedene Vogelarten zu schützen, bittet der NABU Krefeld Viersen darum keine Tausalze im Winter zu verwenden. Oft nutzen Vögel, die den Winter hier in der Region verbringen, auch die künstlichen Rückhaltebecken als Lebensraum, neben den natürlichen Gewässern. Allerdings schaden vor allem die Tausalze, die in vielen Kommunen ohnehin nicht verwendet werden dürfen, den Vögeln. Die Tiere leben von einer guten Wasserqualität und diese wird durch das vom streuen salzige Wasser stark verschlechtert. Räumen sie die Bürgersteige einfach mit einem Besen oder einer Schaufel, so bildet sich nicht so schnell Schneematsch, da der Boden trocken bleibt. Um gegen Glätte vorzubeugen verwenden sich lieber Sand oder Splitt, dieser wird nicht mit dem Wasser in die Regenrückhaltebecken gespült.
Aber auch die einzelnen Kommunen bitten wir sparsam mit dem Salz bei der Räumung der Straßen umzugehen.


 

Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 25. Oktober 2012

Artenschutz/Igel
Richtige Igelhilfe im Herbst – Naturnahe Gärten bieten dem Winterschläfer Unterschlupf

Jedes Jahr im Herbst gehen vermehrt Anrufe besorgter Bürger bei Naturschutzverbänden und Tierheimen ein, die vermeintlich zu kleine, herumirrende Igel im Garten gefunden haben und nun wissen wollen, wie man die Tierchen am besten über den Winter bringt. Doch die Sorge um das beliebte Stacheltier ist meist unbegründet. Denn erst mit dem Wintereinbruch besteht für untergewichtige oder kranke Igel die Gefahr, dass sie für den Winterschlaf nicht ausreichend gerüstet sind. Der NABU NRW rät daher von einem vorsorglichen Einsammeln der Tiere ab. Wer Jungtiere unterstützen wolle, der könne regelmäßig ein Schälchen Katzenfutter bereitstellen und für Unterschlupfmöglichkeiten im Garten sorgen.Keinesfalls sollte man die kleinen Kerle ohne tierärztlichen Rat gegen Parasiten behandeln,denn die meisten Wirkstoffe können zu schweren Vergiftungen führen.

Während Altigel jetzt bereits ihr Winterquartier vorbereiten, sind viele Jungigel je nach Witterung noch bis weit in den November hinein unterwegs, um sich die nötigen Fettreserven anzufressen. Entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten sind sie dabei auch tagsüber aktiv. Auch im nahrungsärmeren Spätherbst finden die jungen Igel in einem naturnahen Garten meist noch genügend Regenwürmer, Schmetterlingslarven oder Schnecken, um den Winter aus eigener Kraft unbeschadet zu überstehen.

Ihre Winterquartiere suchen Igel erst bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad auf. Erst dann sollten noch herumirrende Igel, die einen kranken oder unterernährten Eindruck machen, aufgenommen werden. Dabei gelten Jungigel die ab Anfang November, im Flachland etwa ab Mitte November, weniger als 500 g auf die Waage bringen, als hilfsbedürftig. Allerdings sind auch erfolgreiche Überwinterungen bedeutend leichterer Tiere bekannt geworden, so der NABU. Auf jeden Fall sollte man einen solchen Pflegling einem Tierarzt oder einer Igelstation vorstellen. Wird dort festgestellt, dass der Igel keiner menschlichen Hilfe bedarf, so muss er unverzüglich wieder am Fundort freigelassen werden, denn gesunde, kräftige Igel überleben den Winter ohne menschliche Hilfe. Dagegen haben im Haus überwinterte Igel im Frühjahr erhebliche Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie wieder in die Natur entlassen werden.

Wer einen Garten sein eigen nennt, der kann Igeln am besten über den Winter helfen, in dem er den Garten igelfreundlich herrichtet, denn Gärten sind für die stacheligen Tiere wichtige Lebensräume. Ein naturnah gestalteter und bewirtschafteter Garten mit Hecken, Teichen, Obstbäumen, Steinmauern oder Wiesen bietet dem Igel ganzjährig einen Lebensraum. Der Verzicht auf Mineraldünger und chemische Bekämpfungsmittel sowie eine Bepflanzung mit heimischen Gewächsen sorgen dafür, dass das Stacheltier auch einen reich gedeckten Tisch vorfindet. Das ideale Winterquartier lässt sich dann schnell bereitstellen: Es besteht aus einem Haufen totem Holz, Reisig und Laub. Der NABU empfiehlt daher, die häufig üblichen herbstlichen Aufräumaktionen in Gärten lieber auf das Frühjahr zu verschieben. Neben natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten könne man zusätzlich ein Igelhäuschen aufstellen.

Jochen Schages
NABU Krefeld Viersen e.V.
Talring 45,
47802 Krefeld
Telefon: 02151 743686
Mail: schages@nabu-krefeld-viersen.de


 

Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 17. Oktober 2012

Taubenschläge in Städten

Wie kaum eine andere Vogelart hat sich die Stadttaube zum anpassungsfähigen Kulturfolger entwickelt, dessen Lebensbedingungen weitgehend vom Menschen bestimmt werden.
Als traditionelle Felsenbrüter haben sie unsere Innenstädte als Ersatzlebensraum entdeckt und dort finden sie die für sie geeigneten Nistmöglichkeiten.
Zahlreichen Vertreibungsmaßnahmen zum Trotz, Tauben leben weltweit in den Städten – zur Freude vieler Städter und zur Sorge vieler Hausbesitzer und Stadtverwaltungen.
Die Einen füttern sie mit Hingabe, die weniger Glücklichen müssen mit dem Taubenkot leben, weil sich ihre Gebäude wunderbar als Brut- oder Rückzugsraum eignen.

Doch einigen Städten in NRW ist mittlerweile ein neuer Gedanke gekommen.
In eigens eingerichteten und betreuten Taubenschlägen können die Stadttauben gezielt angesiedelt und direkt kontrolliert und bestandsreguliert werden. Wenn Taubenschläge alle Idealvoraussetzungen erfüllen, ziehen die Stadttauben dorthin um. Zusätzlich werden die übrigen Nistplätze unzugänglich gemacht. Begleitend wird das Futterangebot reduziert, wobei Fütterungszonen zur Begegnung Mensch-Taube erhalten bleiben.

Verschiedene Modellprojekte zeigen, dass auf diese Weise das Taubenproblem gezielt, nachhaltig, umweltschonend und tierschutzgerecht angegangen, die Gebäudeverschmutzung reduziert und der Taubenbestand in wenigen Jahren um ein Drittel reduziert werden kann. Ziel sollte keine Vernichtung, sondern ein kleiner gesunder Taubenbestand sein, denn auch Stadttauben zählen zur Artenvielfalt unserer Siedlungen.

Für die Redaktion:
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie hier

http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/tippsfuerdiepraxis/05991.html#4

oder bei Natascha Steiger, 02151 561000


Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 14. September 2012

Zurückgelassene Angelschnüre gefährden Leben von Vögeln und Säugetieren

Kreis Viersen/Krefeld – Zuletzt ist es mehrfach zu Fällen im Bezirk des NABU gekommen, bei denen sich Vögel oder kleine Säugetiere in Angelschnüren verfangen haben und teilweise qualvoll verendeten oder nur mit großer Mühe befreit werden konnten. Meist sind die befreiten Tiere aber schwer verletzt und es ist nicht sicher ob sie noch weiter in freier Wildbahn leben können.

Grund dafür sind achtlos zurückgelassene Angelschnüre die beispielsweise beim Auswerfen in einem Baum hängen geblieben sind und reißen. „Sicher sind diese dünnen Angelschnüre auch eine große Gefahr für die Fledermäuse (gerade auch für die Wasserfledermaus), die können ganz dünne Schnüre nicht orten und verfangen sich ebenfalls darin oder reißen sich die Flughaut beim Flug so ein, so dass sie flugunfähig werden“ so Markus Heines vom NABU Krefeld Viersen.

Der NABU Krefeld Viersen bittet daher eindringlich darum solche Angelschnüre aus Bäumen zu entfernen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Denn auch wenn sie auf der Erde zurückgelassen werden, können die dünnen Schnüre eine Gefahr für Saugetiere sein.

NABU Krefeld Viersen
Pressesprecher: Philipp Peters
Telefon: 02157 4448
Mobil: 0177 2427308
E-Mail: philipppeters@aol.com


Pressemeldung · NABU NRW · Nr. 35/12 vom 12. September 2012

NABU-Ratgeber – Beifuß-Ambrosie im Garten bekämpfen
NABU: Neophyten an Vogelfütterungsstellen jetzt mit Wurzel entfernen

Düsseldorf – Unter Vogelfutterhäuschen findet sich in manchen Gärten derzeit wieder ein gefährliches Kraut: die Beifuß-Ambrosie. Über Vogelfutter wird diese nordamerikanische Pflanze immer wieder eingeschleppt. Der NABU NRW ruft deshalb dazu auf, alle Vogelfütterungsstellen im Garten zu kontrollieren, gefundene Ambrosiapflanzen mit der Wurzel auszureißen und über den Hausmüll zu entsorgen. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt die eher unscheinbare Pflanze, deren zahlreiche, hochallergene Pollen bei Allergikern zu heftigen Reaktionen führen, daran zu hindern, sich weiter auszubreiten.

Seit Januar 2012 ist der Handel und die Einfuhr ambrosiahaltiger Futtermittel durch EU-Verordnung zwar verboten, aber da die Samen mehrere Jahre keimfähig sind und vor allem billiges Vogelfutter aus Osteuropa immer noch geringe Mengen von Ambrosiasamen enthalten kann, lohnt sich die Überprüfung der Futterstellen. „Als einjährige Art, lässt sich die Beifuß-Ambrosie jetzt vor der Samenreife am effektivsten bekämpfen“, erklärt Bernd Margenburg, Sprecher des Landesfachausschusses Botanik im NABU NRW. Damit mögliche reife Samen beim Entfernen der Pflanze nicht abfallen und im nächsten Jahr wieder zur Keimung kommen können, sollte die Pflanze vorher mit einer Plastiktüte umhüllt werden. Allergiker tragen beim Entfernen am besten Handschuhe und einen Atemschutz.

“Für den Naturschutz ist die Ambrosie bisher weniger ein Problem, negative Einflüsse des nordamerikanischen Neubürgers auf die biologische Vielfalt sind bisher nicht bekannt”, so Margenburg weiter. Damit dies auch so bleibe, unterstütze der NABU den bereits vor kurzem ergangenen Aufruf des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie. Denn es sei nicht auszuschließen, dass der Klimawandel und eine damit einhergehende Verlängerung der Vegetationsperiode die Ausbreitung der Ambrosie begünstigen würde. Margenburg: „Einen weiteren problematischen pflanzlichen Neubürger benötige NRW zurzeit nicht. Allerdings gäbe es aus Naturschutzsicht auch wesentlich problematischere Arten wie Riesen-Goldrute, Armenische Brombeere oder lokal die SpätblühendeTrauben-Kirsche.“

Laut LANUV wurden Beifuß-Ambrosien in Nordrhein-Westfalen bisher überwiegend als Einzelpflanzen oder Kleinstbestände vor allem in Gärten, Grünanlagen und auf Ruderalstellen nachgewiesen. Daneben existieren wenige größere Vorkommen mit Ausbreitungstendenzen in der Rheinischen Bucht, am Niederrhein, im Münsterland und in Ostwestfalen.

Dem Vogelfreund empfiehlt der NABU für die nächste Winterfütterungssaison, nur hochwertiges und speziell gereinigtes Vogelfutter aus dem Fachhandel zu kaufen. Denn besonders billige Futtermittel enthielten noch kleine Mengen an Ambrosiasamen. Wer ganz sicher gehen wolle, könne sich das nächste Winterfutter aber auch selbst mischen.

Für Rückfragen: Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW, 0211 159251-14

Mehr Informationen zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie finden Sie unter www.nabu-nrw.de oder direkt unter www.lanuv.nrw.de.

NABU NRW
Merowingerstraße 88
40225 Düsseldorf
Tel: 0211/159251-14
Fax: 0211/159251-15
Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


Pressemeldung NABU · Nr. 104/12 vom 6. September 2012

Umwelt/Vögel – NABU: 300.000 Amseln fielen Usutu-Virus 2011 zum Opfer
Miller: Risiko für Amseln groß, aber nicht bestandsgefährdend

Berlin – Vogelexperten des NABU haben erstmals berechnet, wie sich das Usutu-Virus in Deutschland auf den Amselbestand ausgewirkt hat. Zu diesem Zweck wurden Daten seit dem Jahr 2006 aus Deutschlands größten Vogelzählaktionen „Stunde der Gartenvögel“ und „Stunde der Wintervögel“ ausgewertet. Danach fielen dem Virus im vergangenen Jahr rund 300.000 Amseln zum Opfer. „Die Zahlen zeigen, dass das Risiko für Amseln in bestimmten Regionen groß, aber bundesweit nicht bestandsgefährdend ist“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Bei den NABU-Vogelzählaktionen, die jährlich im Januar und Mai stattfinden, gehen jeweils Vogelerfassungen aus mehr als 30.000 Gärten und Parks ein.

Noch ist unklar, wie sich das Vogelsterben und die Amselbestände in Zukunft entwickeln werden. Allerdings belegen die NABU-Daten erstmalig den negativen Einfluss des Virus auf regionale Amselpopulationen. Das Ausbruchsgebiet hat sich im Sommer 2012 leicht ausgebreitet und umfasst nun die Rheinebene von Freiburg im Breisgau bis Köln und das Maintal aufwärts bis Frankfurt am Main und Hanau. „Die Ausbreitung des Virus sollte allerdings kein Grund zur Panik sein. Wir können davon auszugehen, dass die Amseln zunehmend resistent gegen den Erreger werden. In den befallenen Regionen sollten ähnliche Massensterben von Jahr zu Jahr weniger extrem ausfallen“, so NABU-Vogelexperte Lars Lachmann.

Erstmals ausgebrochen war das tropische Virus im Sommer 2011 am nördlichen Oberrhein im Grenzgebiet von Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Hier hatte es zu einem regelrechten Massensterben geführt. Nach Berechnungen des NABU ist in den 21 betroffenen Landkreisen der Amselbestand innerhalb eines Jahres um rund ein Drittel im Vergleich zum Mittel der Vorjahre gesunken. In den Landkreisen, in denen das Virus nicht nachgewiesen wurde, ging der Bestand lediglich um zwölf Prozent zurück. Daraus ergibt sich die Zahl der insgesamt 300.000 am Virus verendeten Amseln.

Ähnlich stellt sich die Situation bei der Winterpopulation im Januar dar: Hier war der Rückgang der Amseln in den vom Usutu-Virus befallenen Landkreisen um 15 Prozent stärker als im Rest Deutschlands. Während das Virus nach Augenzeugenberichten in manchen Gegenden zwischenzeitlich zum völligen Verschwinden von Amseln geführt hat, ist dies auf Landkreisebene bislang nicht der Fall. Um die weitere Entwicklung des Virus zu beobachten und zu bewerten, ruft der NABU dazu auf, möglicherweise am Usutu-Virus erkrankte oder gestorbene Amseln zu melden. Dies ist über ein Online-Formular möglich auf www.nabu.de. Frisch tote verdächtige Vögel können zudem zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) geschickt werden.

Das Usutu-Virus stammt ursprünglich aus Südafrika und trat 2011 zum ersten Mal in Deutschland auf. Infizierte Vögel wirken apathisch und unkoordiniert und weisen häufig auch kahle Stellen im Kopf- und Halsgefieder auf. Das Virus wird von der heimischen Nördlichen Hausmücke übertragen, wie Experten der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg und dem Bernhard-Nocht-Institut nachweisen konnten. Das Virus überwintert in den Mückenweibchen und wird nur direkt von ihnen übertragen. Es kann weder von Vogel zu Vogel noch vom Vogel zum Menschen übertragen werden. Obwohl auch andere Vogelarten mit dem Usutu-Virus infiziert werden, ist es bislang unklar, warum ihm hauptsächlich Amseln zum Opfer fallen.

Amseln sind mit 13 Prozent die am weitesten verbreitete Vogelart in Deutschland. Nach Schätzungen leben etwa acht bis 16 Millionen Brutpaare in Deutschland, nach der Brutzeit im Sommer etwa 50 bis 60 Millionen Individuen.

Fotos von infizierten Amseln kostenfrei zum Abdruck unter Nennung NABU: http://www.nabu.de/presse/fotos/

Für Rückfragen: Lars Lachmann, NABU-Vogelexperte, Tel. 030 284984-1620, mobil 0172 9108275

Im Internet zu finden unter www.NABU.de

NABU-Pressestelle: Telefon: 030 284984-1510, -1722, -1952, Telefax: 030 284984-2500, E-Mail: Presse@NABU.de

Redaktion: Kathrin Klinkusch, Britta Hennigs, Iris Barthel


Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 16. Juli 2012

Erfassung von Säugetieren im Kreis Viersen für den NABU

Kreis Viersen – Der NABU Bezirksverband Krefeld Kreis Viersen bittet um die Mithilfe der Bürger bei der Erfassung von heimischen Säugetieren im Kreis Viersen. Dabei kann jedes wild lebende Säugetier gemeldet werden.

Dank zahlreicher Melder gibt es bereits eine recht gute Übersicht über die heimischen Säugetiere. Momentan leben im Kreis Viersen 46 Arten. Dies wurde ermittelt über mehr als 4700 Einzelbeobachtungen von mehr als 150 Personen. Auffällig ist, dass gerade im Westkreis (Nettetal, Brüggen, Niederkrüchten) sehr häufig gemeldet wurde. Neben weiteren Meldungen aus diesem Bereich des Kreises möchte der NABU aber auch Bürger aus den anderen Teilen des Kreises darum bitten dem NABU Säugetiere zu melden.
Besonders häufig gemeldet wurden in der Vergangenheit Rehe, Feldhasen, Wildkaninchen, Braunbrustigel und der europäische Maulwurf. Aus den benachbarten Kreisen sind weitere Säugetiere bekannt, die bisher noch nicht im Kreis Viersen beobachtet wurden. Allerdings ist davon auszugehen das diese auch hier leben könnten. Da wären mindestens drei Feldermausarten (Wimperfledermaus, kleine Bartfeldermaus, graues Langohr) sowie der Feldhamster. Daher bittet der NABU vor allem Landwirte und Pferdehalter zu melden, ob bei ihnen Fledermäuse in den Monaten Juni bis August den Ställen leben oder gesehen wurden. Es könnte sich um die Wimperfledermaus handeln, sie jagt gerne in Ställen nach Fliegen.

Ebenso könnten in naher Zukunft zwei Raubtiere im Kreis Viersen eine neue Heimat finden. Da wäre der Fischotter, der nach jahrzehntelanger Abwesenheit in NRW im Münsterland wieder aufgetaucht ist. Außerdem breitet sich der Bestand der heimischen Wildkatzen erfreulicherweise von der Eifel kommen aus und ist bereits in Südlimburg (NL) gesichtet worden.

„Machen sie Fotos, auch von toten Tieren, oft werden auch Raubtiere wie Waldiltis, Steinmarder, oder Dachs Verkehrsopfer, und melden sie es mit Fundort und Datum bei mir“ bittet Markus Heines. Dies ist eine gemeinsame Aktion vom NABU Bezirksverband Krefeld Viersen und der Biologischen Station Krickenbecker Seen.
Meldungen werden angenommen von: Markus Heines,  Steegerstraße 10, 41334 Nettetal, Tel. 02153-8121

Information an die Redaktionen: Besonders aus den Städten Tönisvorst und Willich ist wenig Bekannt daher wäre es erfreulich wenn gerade hier die Redaktionen darauf aufmerksam machen könnten. Danke.

NABU Krefeld Viersen
Pressesprecher: Philipp Peters
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Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 21. Mai 2012

Geochaching betreiben mit Rücksicht auf die Natur

Der Trend des Geocaching nimmt seit einigen Jahren rapide zu, ein Hobby das aktiv in die Natur treibt. Allerdings muss der NABU Krefeld Viersen feststellen, dass die „Caches“, also die als Ziele versteckten Schätze oft in Naturschutzgebieten versteckt sind. Das ist laut Landschaftsgesetz verboten ist! Diese Gebiete sind Rückzugsflächen für Tier- und Pflanzenarten, die es teilsweise an anderen Stellen nicht mehr gibt. Aus den genannten Gründen möchten wir als NABU Bezirksverband Krefeld-Viersen bitten, in Zukunft darauf zu achten die Caches nicht in geschützten Gebieten abseits der Wege zu verstecken. Ebenso möchten wir Spaziergänger und Wanderer hierfür sensibilisieren und sie bitten Geocacher anzusprechen wenn sie diese abseits der Wege sehen sollten.

Grundsätzlich hat der NABU Krefeld Viersen nichts gegen dieses Hobby, da es auch in die Natur hinaus treibt. Vielleicht gibt es auch passive Geocacher, also diejenigen die Schätze auslegen, die dies mit dem Gedanken an Natur und ihren Reiz machen. Bitte aber beachten sie die vorgegebenen “Spielregeln” in Naturschutzgebiete und verstecken sie die Caches hier wirklich nur direkt am Wegrand. Als NABU Krefeld Viersen möchten wir auch den Hinweis geben das wir es Begrüßen würden wenn Geocachingrouten, oder Ziele auch auf die Reize der umgebenden Natur hinweisen würden, so nimmt der Schatzsucher auch noch etwas nützliches ganz spielerisch mit auf seine Suche, uns sensibilisiert sich eventuell sogar selber.

Geocaching:
Beim Geocaching werden sogenannte Schätze versteckt, dabei handelt es sich oft um banale Dinge in einem kleinen Behältnis. Ebenfalls findet sich darin oft ein Logbuch in dem sich jeder Finder eintragen kann. Finden können die Schatzsucher diese sogenannten Caches mittels GPS-Koordinaten, die sie im Internet auf speziellen Seiten für Geocaching abrufen können und sie dann mit dafür tauglichen Geräten suchen. Oft dienen Hölen in Bäumen als Verstecke, dies ist verboten, da sie Lebensraum für Vögel und andere Tiere sind.

Sehen sie auch ein Positionspapier des Deutschen Wanderverbands und Garmin Deutschland zum „naturverträglichen Geocaching“.
http://rlp.nabu.de/imperia/md/content/rlp/intern/positionspapier_naturvertr__gliches_geocaching_12_1_2010.pdf

Hier auch noch rechtliche Hinweise zum Geocaching:
http://rlp.nabu.de/imperia/md/content/rlp/nabu_rlp_rechtliche_handlungsm__glichkeiten_von_natursch__tzern_gegen_geocaching.pdf

NABU Krefeld Viersen
Pressesprecher: Philipp Peters
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Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 17. April 2012

Dohle ist Vogel des Jahres

Die Dohle ist der Vogel des Jahres 2012, deswegen möchten wir vom NABU Krefeld Viersen ihnen diesen Vogel einmal näher vorstellen, und ihnen erklären wie sie richtig handeln wenn sie Jungvögel finden.

Rabenvögel, vor allem Dohlen, leben sehr gerne in der unmittelbaren Nachbarschaft von Menschen. Sie nisten trotz Verkehrslärm in Kirchtürmen, Kaminen und Bauruinen unserer Innenstädte. Diese Verstädterung kann für viele Jungtiere zum Verhängnis werden. Man findet sie im Frühjahr häufig auf stark befahrenen Straßen, Parkplätzen und in Kellerschächten. Diese entzückenden Findlinge sollte man aber nur im Notfall zum Beispiel bei Verletzungen in seine Obhut nehmen. Meist sind sie nicht verwaist sondern einer der Elternvögel ist in der Nähe. Bevor Sie also den strahlend hellblauen Augen und dem herzzerreißenden Tschilpen verfallen, beobachten Sie den Jungvogel eine zeitlang, setzen ihn eventuell aus der Gefahrenzone, möglichst in einen Busch und warten ab.

Die Aufzucht von Jungdohlen ist besonders problematisch, da sich schon nach kurzer Zeit eine Fehlprägung auf den Menschen einstellt. Darüber hinaus brauchen sie eine ausgewogene Ernährung (bitte nutzten Sie daher kein Katzenfutter). Suchen Sie im Notfall daher möglichst schnell Unterstützung bei Tierschutzvereinen, Tierheimen oder Tierärzten.

Wir haben im letzten Frühjahr eine junge, noch flugunfähige Dohle einige Tage aufgepäppelt. Sie wurde, zum Glück nur leicht verletzt, auf einer stark befahrenen Straße gefunden. Wir haben viel Erfahrung mit Jungvögeln und gute Ergebnisse beim Auswildern, aber eine Dohle stellt besondere Anforderungen. Man darf sich nicht von ihrer Schlauheit und ihrer putzigen Art verführen lassen. Außer bei der Fütterung sollte man jeden weiteren Kontakt meiden, sonst besteht die Gefahr, dass sie sich nicht mehr in eine Dohlengemeinschaft eingliedern lässt. Handaufgezogene Dohlen sehen in jedem Menschen einen Artgenossen und haben keine Scheu, dem Nachbarn beim Sonnenbad auf dem Bauch zu landen oder ihm vom Frühstückstisch Leckereien zu klauen. Ärger ist da programmiert!

Dohlen haben ein hoch entwickeltes Familien- und Sozialleben. Partner bleiben ein Leben lang zusammen. Jungvögel werden nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von anderen Altvögeln umhegt und beschützt. Das durften wir selbst erleben, als unser junger Findling nach einigen Tagen gestärkt, gesund und beinahe flügge ein perfektes „Auswilderungsdomizil“ fand. Die Kontaktaufnahme begann augenblicklich. Die wilden Dohlen begrüßten den Neuankömmling, machten Schnarrgeräusche, sie schnalzten und knackten. Die Jungdohle antwortete ganz aufgeregt. Sie wurde spektakelnd umringt und von dem Schwarm in den Kamin begleitet zum eigenen Nachwuchs. Sie hatte es geschafft.
Kontakt: Natascha Steiger 02151 561000

NABU Krefeld Viersen
Pressesprecher: Philipp Peters
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Pressemitteilung NABU Krefeld Viersen · 11. April 2012

Blumenwiesen im öffentlichen Raum

Der NABU Krefeld Viersen fordert mehr bunte Grünflächen im öffentlichen Raum. Mit wenigen Mitteln und geringerem Arbeitsaufwand lassen sich ökologisch wertvolle Flächen schaffen, die dazu noch einen optischen Reiz für die Bevölkerung haben können.

Wir vom NABU Krefeld Viersen sind der Meinung, dass triste öffentliche Grünflächen durchaus reizvoller gestaltet werden können. Dies ist möglich, indem man dort bunte Blumenwiesen anlegt. Zum einen lassen sich die Wiesen mit einem geringen Aufwand pflegen, so müssen sie weniger oft gemäht werden, was Arbeitsstunden für andere Aufgaben im öffentlichen Raum freisetzt. Außerdem ermöglichen die Blumenwiesen, wie sie früher Gang und Gabe in der Landwirtschaft waren, aber durch Intensivwirtschaft kaum noch zu finden sind, einen Lebensraum für zahlreiche Tiere wie Amphibien, Insekten und kleinen Säugetieren. Als Beispiel sei die Biene genannt, die hier einen wichtigen Beitrag für das ökologische Gleichgewicht leisten kann.

Den Erfolg eines solchen Modells zeigt die Gemeinde Haar in Bayern. Hier wurden seit 1998 konsequent und auf Nachhaltigkeit Magerflächen als Wildblumenwiesen angelegt und bewirtschaftet. Dies war vor allem deshalb möglich, weil der zuständige Umweltreferent Michael von Ferrari die Maßnahme konsequent über ein Jahrzehnt geleitet hat und der Rückhalt in der Bevölkerung und der Politik vorhanden war. Anhand der Gemeinde hat der Grünplaner Dr. Reinhard Witt 2011, basierend auf Beobachtungen über einen Gesamtfläche von 3,75 Hektar und einem Jahr, die Studie „Die Ökoflächen der Gemeinde Haar – Investition in nachhaltige Artenvielfalt – Ein naturnahes Pfelgekonzept“ verfasst. Er kam zum Schluss, dass ein solches Konzept positiv zu bewerten ist, auch wenn eine langfristige Prognose noch nicht zu treffen ist. „So sicher wir auch sein können, dass sich die neue Pflegemaßnahmen im Pflanzenspektrum und Artengefüge auswirken werden, so ungewiss wird in Einzelfällen die Antwort der Pflanzen sein. Dieses Pflegekonzept greift in die Dynamik der Pflanzenentwicklung ein und verstellt einige Weichen. Manche Arten werden dadurch gefördert, andere benachteiligt.“ Doch wir als NABU halten es für sinnvoll, mit einem solchen Konzept zu arbeiten, da nur so die Artenvielfalt gewährleistet werden kann, und nur in solchen kleinen ökologischen Nischen sich spezielle Arten entwickeln und bestehen bleiben können. Außerdem macht eine bunte Wildblumenwiese optisch schon mehr her als eine lediglich grüne Gräserwiese. Hier sollte man auch nicht den Reiz für den Tourismus außer Acht lassen, der vor allem wegen der üppigen Natur in unsere Gegend kommt. Eine genauere Untersuchung über die Pflanzen- und Tierarten, die in Haar in den 33 Grünflächen existieren, steht noch aus, die subjektive Wahrnehmung aber ist positiv. So schreibt es Werner David in seinem ausführlichen Artikel über das Konzept und die Arbeit in Haar im Magazin Natur & Garten.

Der NABU Krefeld Viersen appelliert eindringlich an die Kommunen und Ortsverbände der Parteien sich Gedanken über ein solches Konzept zu machen und mit einer Umsetzung dessen einen wichtigen, wenn auch nur kleinen Beitrag zur Erhaltung der ökologischen Vielfalt am Niederrhein zu leisten, damit auch noch in Zukunft Generationen sich an Bunten Blumenwiesen in freier Natur erfreuen können. Auch bei Wettbewerben wie Unser Dorf hat Zukunft und Unser Dorf soll schöner werden wird auf solche natürlichen Farbtupfer immer wieder wert gelegt.

Weitere Informationen kann ihnen auch Heinz Tüffers vom NABU geben. Wenn Interesse an einem Kontakt besteht stelle ich ihn gerne her.

Quellen:
· http://www.naturgartenplaner.de/aktuelle-projekte/nachhaltige-gruenflaechenpflege/
· Artenreiche Magerflächen statt eintöniger Grünanlagen, Die Gemeinde Haar bei München geht naturnahe Wege, in: Natur & Garten, Die Mitgliederzeitschrift des Naturgarten e.V. 1/2012, S. 4f.

NABU Krefeld Viersen
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